Archiv für die Kategorie ‘Versuchte Vorsätzliche Tötung’

(Symbolbild)

(Symbolbild)

In einer Zürcher Bar hat ein geschiedener Metzger einen bekannten türkischen Sänger mit einem Jagdmesser brutal niedergestochen. Nur weil er das Opfer nicht mochte. Nun wurde der anatolische Fleischer anklagegemäss zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

«Der Beschuldigte hat das Opfer ohne nachvollziehbaren Anlass angegriffen», erklärte der Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli während der Urteilseröffnung. Unbestritten war, dass sich am 6. Dezember 2011 ein bekannter türkischer Berufssänger aus Zürich in der Mahsen Bar in Oerlikon aufhielt. Am späten Abend erlebte der heute 43-jährige Musiker einen realen Alptraum.

Fest steht, dass plötzlich ein heute 27-jähriger Türke in der Bar auftauchte und mit einem Jagdmesser auf den Sänger losging. Der Geschädigte wollte sich noch mit einem Stuhl vor dem Angreifer schützen. Ohne Erfolg. Der bewaffnete Metzger rammte ihm die Waffe in den linken Brustkorb hinein und suchte danach das Weite.

Das Opfer erlitt schwerste Herzverletzungen und kam nur dank einer Notoperation mit dem Leben davon. Der in der türkischen Szene erfolgreiche Sänger leidet heute noch unter den Folgen der Attacke und ist zu 100 Prozent arbeitsunfähig.

Der Messerstecher wurde bereits am nächsten Morgen von der Polizei festgenommen und sitzt seither im Gefängnis. Am Mittwoch musste er sich wegen versuchter vorsätzlicher Tötung vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Dabei wies er aber jeglichen Tötungsvorsatz zurück und machte eine Abwehrhandlung nach einem Faustschlag des Geschädigten geltend. Zudem habe er nur den Oberschenkel seines Gegners treffen wollen. Dieser sei dann aus Versehen in das Messer gefallen, behauptete er.

Bedenklich war dabei, dass nur ein unfassbares Tatmotiv ersichtlich war. So schrieb der zuständige Staatsanwalt, dass der Beschuldigte das Opfer nur flüchtig gekannt und «nicht gemocht habe». Andere mutmassliche Gründe konnten die Untersuchungsbehörden nicht erhärten. «Über das Motiv des Beschuldigten kann letztendlich nur spekuliert werden», erklärte der Staatsanwalt und verlangte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren.

Im Gegensatz zum Verteidiger, der wegen einfacher Körperverletzung eine milde Sanktion und damit die sofortige Haftentlassung seines Klienten verlangte.

Das Gericht folgte zum Schluss der Anklage und verurteilte den Metzger wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Präsident Aeppli führte aus, dass die Aussagen von mehreren Tatzeugen im Kerngehalt übereinstimmten. Demnach habe das Opfer dem Beschuldigten keinen Faustschlag versetzt. Zudem habe sich der Angreifer in Widersprüche verstrickt.

Eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit beim erst kürzlich eingewanderten Türken verneinte das Gericht. Er sprach vielmehr von einem erheblichen Verschulden. Da es nur bei einem Versuch geblieben sei, habe das Gericht auf eine höhere Strafe verzichtet.

Der Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Sänger ein Schmerzensgeld von 50’000 Franken zu bezahlen. Nach der Verbüssung der Strafe wird der Metzger in seine Heimat ausgeschafft.

Quelle: blick

Symbolbild: Rike  / pixelio.de

Symbolbild: Rike / pixelio.de

Riste L.* (28), der Amok-Raser von Basel, muss in eine geschlossene Klinik. Das Strafgericht befand den Schizophrenen aber für nicht schuldfähig.

Für seine Todesfahrt in einem geraubten Auto in Basel wird Riste L.* (28)  in eine geschlossene Klinik eingewiesen. Das Strafgericht erkannte auf vorsätzliche Tötung, befand den Schizophrenen aber für nicht schuldfähig.

Der Mazedonier war im März 2012 in einem psychotischen Schub mit Gewalt aus einer geschlossenen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) ausgebrochen, hatte auf der Strasse mit Gewalt ein Auto geraubt und auf rasender Fahrt zur Mittleren Brücke acht Personen angefahren. Eine Frau starb, sieben Personen wurden teils schwer verletzt.

Im Prozess erinnerte sich der im Baselbiet Geborene kaum an jenen verhängnisvollen Tag. Von inneren Stimmen getrieben, habe er nur nach Mazedonien flüchten, aber niemanden töten wollen, sagte er aus. Das Gericht sah jedoch die Tatbestände vorsätzliche Tötung, mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung, einfache Körperverletzung, Raub etcetera als erfüllt.

Beweislage ohne Zweifel

Die Darstellung des Verteidigers sei unglaubwürdig, der Mann habe die Autos nicht rauben wollen sondern nur Schutz gesucht, sagte der Gerichtspräsident. Dann sei der Mann im innerstädtischen Feierabendverkehr viel zu schnell gefahren, laut Zeugen mit bis zu 80 km/h.

Zeugenaussagen, Tramvideos, Tatortspuren und Arztzeugnisse dokumentieren den Tatablauf laut Präsident klar. Bewiesen sei auch, dass eine Velofahrerin an den Verletzungen durch die Kollision starb – ihre DNA war auf der Frontscheibe des Autos. Auch bei den beiden Schwerverletzten sei seine Urheberschaft belegt.

Im Widerspruch zum Verteidiger, der auf Fahrlässigkeit plädiert hatte, sei das Gericht zudem «überzeugt», dass der Mann «gezielt auf die Leute zugefahren» sei. Damit habe er zumindest im Sinne des Eventualvorsatzes den Tod Dritter in Kauf genommen.

Vorsätzliche Taten

Der Mann habe trotz geborstener Scheibe auch genug sehen können, dass er nicht all die Opfer hätte treffen müssen, sagte der Präsident weiter. Das Gericht sehe so einen «direkten Vorsatz»: Auch wenn er vielleicht nach Mazedonien habe flüchten wollen, habe er doch unterwegs alle «aus dem Weg räumen» wollen.

Das psychiatrische Gutachten attestiert dem paranoiden Schizophrenen Schuldunfähigkeit. Für das Gericht ist dieses klar und schlüssig. Auch Erinnerungslücken im Prozess seien wohl der Krankheit zuzuschreiben. Der Mann war schon in der UPK gesessen, weil er seinen eigenen Bruder im Wahn attackiert hatte.

Grosse Rückfallgefahr

Das auch von Staatsanwalt und Verteidiger unterstützte Gutachten warnt vor grosse Rückfallgefahr. Statt einer Strafe schlägt es als Massnahme die stationäre Behandlung in einer geschlossenen Einrichtung vor; im Visier ist die Zürcher Klinik Rheinau.

Das baselstädtische Strafgericht urteilte denn auch so: Für das Schutzbedürfnis der Öffentlichkeit sei eine explizit geschlossene Einrichtung angebracht. Für die genaue Zuweisung sind indes wegen deren ersten Urteils die Baselbieter Behörden zuständig. Ob und wann der Mann allenfalls frei kommt, sei in einigen Jahren neu zu begutachten.

Eine Opferanwalts-Forderung nach einer Genugtuungssumme von 8000 Franken wies das Gericht im Übrigen ab. Die Opfer seien durch Versicherungen respektive die Opferhilfe entschädigt worden.

Quelle: blick

(Symbolbild)

(Symbolbild)

Ein 22-jähriger Serbe hat an der Solothurner Fasnacht 2010 einen anderen Mann brutal angegriffen und verletzt. Dafür kassierte er nun eine lange Haftstrafe.

Ein 22-jähriger Mann, der im Februar 2010 in Solothurn bei einer Schlägerei einen Mann mit einem Schraubenzieher schwer verletzt hatte, muss für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Solothurn-Lebern ordnete für den Schläger zudem die ordentliche Verwahrung an.

Das Gericht verurteilte den Serben am Freitag wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und Raufhandels sowie wegen weiterer Delikte. Der Täter habe aus «purer Lust an den Gewaltausübung zugestochen», sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilseröffnung. Der Mann habe den Tod des wehrlosen Opfers in Kauf genommen. Das Vorgehen sei «brutal und feige» gewesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der junge Mann hatte an der Fasnacht 2010, in der Nacht auf den 13. Februar, im Innenhof des Schulhauses Kollegium in der Solothurner Altstadt einen heute 33-jährigen Polen bei einer Schlägerei lebensgefährlich verletzt.

Der in der Schweiz geborene Gewalttäter rammte dem Opfer einen Kreuzschraubenzieher zweimal in den Kopf und in den Bauch. Nach dem brutalen Angriff wurde der Mann liegen gelassen, bis Passanten auf den stark Blutenden aufmerksam wurden und die Rettungskräfte alarmierten. Das Opfer erlitt bleibende Hirnschäden. Der Täter muss dem Geschädigten eine Genugtuungssumme von 120’000 Franken bezahlen, wie das Gericht entschied.

Die Staatsanwältin hatte für den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren und eine ordentliche Verwahrung gefordert. Die Verteidigung plädierte für eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten.

Angriffe im Strafvollzug

Bei der angeordneten Verwahrung stützte sich das Gericht auf die Aussagen eines Gerichtspsychiaters. Dieser hatte dem Schläger eine sehr schlechte Prognose gestellt. Es bestehe ein hohes Rückfallrisiko. Der Mann habe eine grosse dissoziale Persönlichkeitsstörung und eine geringe Intelligenz.

Der Serbe musste aus dem vorzeitigen Strafvollzug zurück in eine Einzelzelle im Untersuchungsgefängnis Solothurn verlegt werden. Er hatte Mitgefangene angegriffen.

Weitere Urteile gegen Schläger

An der brutalen Schlägerei in der Altstadt waren insgesamt sechs Personen beteiligt gewesen. Das Richtersamt Solothurn-Lebern verurteilte am Freitag den zweiten Angeklagten, einen 26-jährigen Mann aus dem Balkan, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Er wurde wegen Angriffs und Raufhandels sowie wegen weiterer Delikte verurteilt.

Die Anklage hatte eine Strafe von vier Jahren und acht Monaten gefordert, die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von 45 Monaten.

Die Strafverfahren gegen weitere an der Auseinandersetzung beteiligte Personen sind bereits rechtskräftig abgeschlossen. Das gegen das Opfer eröffnete Verfahren wegen Raufhandels wurde eingestellt – aufgrund eigener Betroffenheit durch die erlittenen schweren Verletzungen, wie die Staatsanwaltschaft festhält.

Quelle: 20min