Archiv für die Kategorie ‘Strafbarer Schwangerschaftsabbruchs’

Physiotherapeut

(Symbolbild)

Ein 40-jähriger Physiotherapeut nimmt nach einem Wortgefecht seine Freundin in den Schwitzkasten und bricht ihr das Genick. Dafür wandert er nun 16 Jahre hinter Gitter.

Der heute 40-jährige Schweizer tschechischer Abstammung nahm das Urteil des Obergerichts regungslos entgegen. Er wurde wegen vorsätzlicher Tötung und strafbaren Schwangerschaftsabbruchs für schuldig befunden. Zudem wegen einer Vergewaltigung, die er im Frühjahr 2007 zulasten einer anderen Freundin verübt hatte. Das Gericht setzte eine hohe Freiheitsstrafe von 16 Jahren fest und erhöhe damit ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Zürich um ein volles Jahr. Die Staatsanwältin Bettina Groth hatte sogar 20 Jahre Freiheitsentzug gefordert.

Das Obergericht war den Darstellungen der Anklage umfassend gefolgt. Demnach hatte der Physiotherapeut am 26. August 2009 seine damals schwangeren Freundin in deren Wohnung in Zürich besucht und ihr eröffnet, dass er eine andere Frau liebe und die Beziehung auflösen wolle. Es folgte ein heftiger Streit, wobei der körperlich weit überlegene Mann die Oberhand gewann, seine Partnerin in den Schwitzkasten nahm und ihr das Genick brach. Nach der brutalen Tötung stellte der Täter eine Leiter neben die Leiche, um einen Unfall zu simulieren. Dann setzte er sich vom Tatort ab und stellte sich wenig später freiwillig der Polizei.

Wegen Unfall Freispruch verlangt

Vor Obergericht machte der Beschuldigte ein Versehen geltend. Auch der Verteidiger, der wegen eines tragischen Unfalls im Gerangel einen vollen Freispruch forderte. Die Geschädigte sei nämlich zu Boden gestürzt.

Allerdings ohne Erfolg. Die Oberrichter behafteten den Beschuldigten auf seine ersten Aussagen bei der Polizei. Damals hatte er noch zugegeben, seine Freundin in einen Schwitzkasten genommen und getötet zu haben. Dasselbe habe er auch seiner anderen Partnerin sowie einem Freund erzählt. Das Obergericht schloss die Unfallthese auch aufgrund eines ärztlichen Obduktionsgutachtens aus. So seien beim Opfer keine Aufprallverletzungen eines Sturzes am Gesicht festgestellt worden, erklärte der Vorsitzende.

Nach der Tat sei der Beschuldigte nicht in Panik geraten, sondern habe kontrolliert und raffiniert gehandelt. Eine allfällige Notwehrlage während des Streites habe der Täter weit überschritten. Seine Aussagen vor Gericht seien völlig unglaubhaft.

Verabscheuungswürdiges Verbrechen

Bei der Strafzumessung sprachen die Oberrichter von einem verabscheuungswürdigen Verbrechen. Er habe rohe, brutale Gewalt angewendet. Wegen des zusätzlichen Schwangerschaftsabbruchs sowie einer früheren Vergewaltigung einer anderen Frau setzten die Oberrichter eine hohe Freiheitstrafe von 16 Jahren fest. En Jahr mehr als das Bezirksgericht Zürich. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, der Mutter des Opfers grundsätzlich Schadenersatz zu bezahlen. Zudem ein Schmerzensgeld von 60’000 Franken. Der Verurteilte hat bisher 1293 Tage der Strafe verbüsst.

Quelle: 20min