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Über Jahre wurde SF-Meteorologe Thomas Bucheli von einer deutschen Fernsehzuschauerin massiv gestalkt. Jezt wurde die Frau verurteilt und in eine geschlossene Klinik eingewiesen.

(Symbolbild) – Thorben Wengert / pixelio.de

Der prominente SF-Meteorologe Thomas Bucheli und seine Familie wurden mehrere Jahre hinweg von einer deutschen Fernsehzuschauerin massiv gestalkt. Am Donnerstag hat das Bezirksgericht Zürich die schizophrene und nicht schuldfähige Täterin in eine geschlossene Klinik eingewiesen. Bucheli war persönlich vor Gericht erschienen und hat an die Täterin appelliert, endlich aufzuhören.

Der aussergewöhnliche Fall begann vor elf Jahren. Damals traf der bekannte Meteorologe Thomas Bucheli in der Cafeteria des SF-Fernsehstudios eine Fernsehzuschauerin aus Deutschland. Bucheli wollte von der heute über 50-jährigen Dame wissen, weshalb sie seinen Berufskollegen Alex Rubli regelmässig mit etlichen E-Mails belästigte.

Versteckte Zeichen über den Bildschirm

Die diplomierte Oekotrophologin hatte eine eindeutige Antwort. Sie sagte, die Wetterleute sollten endlich aufhören, ihr über den Bildschirm versteckte Zeichen zu senden. Worauf Bucheli erklärte, solches nicht zu tun. Dies sei absurd, ergänzte er. Eine fatale Antwort, da die Frau seither den Fernseh-Star regelmässig belästigte.

Die Staatsanwaltschaft Zürich/Sihl berichtet von zahlreichen Telefonanrufen und E-Mails der Deutschen. Eines Tages tauchte sie auch am Wohnort Buchelis auf und versuchte die Türe aufzudrücken. Zum Glück vergeblich.

E-Mails, Briefe und Pakete

Laut Staatsanwaltschaft folgte ein jahrelanger Terror, wobei die Täterin der Familie Bucheli immer wieder E-Mails, Briefe und Pakete zustellte. Eine Aufforderung Buchelis, ihn und seine Angehörigen endlich in Ruhe zu lassen, nahm die Stalkerin nicht ernst. Im Gegenteil: In den letzten sieben Jahren rief sie beinahe täglich zwei Mal bis zwanzig Mal an und sprach in aggressivem Tone wirre Worte. Sie rief ihn auch am Arbeitsort an und begab sich selber auf das SF Fernsehgelände, um Bucheli abzupassen.

Im Mai 2011 begab sich die Täterin nach Sevelen, weil sie wusste, dass Bucheli dort einen Auftritt hatte. Sie ging auf ihn zu und sprach ihn an. Zwischen August und September 2011 schrieb die Beschuldigte dem Geschädigten 227 E-Mails und liess sich einen Monat später mit einem Taxi zu seinem Wohnort chauffieren. Dort liess sie eine Postsendung abgeben.

Als die Frau am 2. November 2011 erneut beim Schweizer Fernsehen erschien, schlug die Polizei zu. Sie nahm die Stalkerin fest.

Am Donnerstag stand die Beschuldigte wegen Nötigung vor dem Bezirksgericht Zürich. Klar ist, dass sie aufgrund ihres psychischen Zustandes laut Anklage als nicht schuldfähig gilt. Sie musste deshalb nicht mit einer Freiheitsstrafe, sondern mit der Einweisung in stationäre Massnahme für psychische Störungen rechnen.

Nur mit Bucheli sprechen wollen

Vor Gericht sprach die Beschuldigte wie ein Wasserfall und wirkte trotz einer medikamentösen Behandlung sehr verwirrt. Sie führte aus, dass sie Bucheli mit Geldwäscherei in Verbindung gebrachte habe. Sie habe mit ihm deshalb nur sprechen wollen. Sie habe sich in ihn weder verliebt noch habe sie sich rächen wollen, sagte sie aus.

Tomas Bucheli war selber vor den Schrankenerschienen und sagte aus, dass er und seine Familie seit Jahren massiv unter den Belästigungen der Beschuldigten gelitten hätten. Seine Frau und sein Sohn hätten sich gar gefürchtet. Er und sein Angehörigen wollen mit der Beschuldigten keinen Kontakt mehr, appellierte er an das Gericht. Bedenklich war dabei, dass Bucheli ausführte, dass ihn die Frau trotz ihrer Festnahme in jüngster Zeit immer noch mit einem Brief und über Freunde weiterhin belästigt habe.

Stationäre Massnahme

Das Gericht folgte zum Schluss der Anklagesund setzt eine stationäre Massnahme fest. Das Gremium stütze sich dabei auf ein psychiatrisches Gutachten ab. Dieses hatte der nicht schuldfähigen Täterin eine paranoide Schizophrenie attestiert und die Einweisung in eine geschlossene Anstalt empfohlen.

Die Verteidigung hatte vergebens dagegen plädiert und infolge einer angeblich mangelnden Intensität der Belästigungen einen vollen Freispruch gefordert. Eventuell verlangte sie nur eine ambulante Psychotherapie. Ohne Erfolg.

Quelle: 20min

 

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte die nicht geständige 39-jährige Frau wegen mehrfacher Nötigung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten.

(Symbolbild) – Didi01 / pixelio.de

Die Stalkerin deckte Landmann mit zahlreichen Falschbestellungen ein. So schickte sie immer wieder Pizzakuriere, Taxifahrer, Möbelpacker mit schweren Schränken zum Haus des Anwalts. Sie tätigte aber auch im Namen von Landmann Hotelbuchungen, meldete Telefonleitungen ab und bestellte dem Anwalt eine Prostituierte. Indem sie sich als Landmanns Tochter ausgab, konnte sie einen Flug von Landmann stornieren.

Als die Angeklagte dann im Herbst 2010 Morddrohungen machte, griff die Polizei ein. Sie konnte die Stalkerin in Winterthur ausfindig machen und festnehmen.

Die Frau verbrachte darauf zwei Monate in Untersuchungshaft. Gemäss Staatsanwalt legte sie im Gefängnis Geständnisse ab, die sie später widerrief. Sie habe im Gefängnis stark gelitten und nur deshalb alle Vorwürfe zugegeben, sagte die Angeklagte vor Gericht. Zudem habe sie in Haft Medikamente eingenommen und sei deshalb nicht bei Sinnen gewesen.

Gemäss Staatsanwalt waren die Taten Racheakte. Die Frau habe vor mehreren Jahren einen Prozess gegen einen von der Anwaltskanzlei Landmann vertretenen Wahrsager verloren.

Der Staatsanwalt beantragte für die einschlägig vorbestrafte Stalkerin eine unbedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Der Verteidiger verlangte einen vollumfänglichen Freispruch und eine Genugtuung für die erlittene Haftdauer.

Das Gericht sprach die Angeklagte der Nötigung schuldig, allerdings nur in Bezug auf Valentin Landmann. Bei den Nebenopfern – Landmanns Frau, seine Ex-Frau und die Sekretärin – sei die Intensität einer Straftat nicht erfüllt, befanden die Bezirksrichterinnen.

Die Stalkerin muss Landmann ein Schmerzensgeld von 1800 Franken und eine Entschädigung von 20’000 Franken zahlen. Zudem ordnete das Gericht an, dass die Frau während des Strafvollzugs eine ambulante Psychotherapie machen muss. (SDA)

Quelle: blick