Archiv für die Kategorie ‘Sozialhilfebetrug’

Bild: TeleM1

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Der frechste Sozialhilfebezüger der Schweiz erhitzt erneut die Gemüter. Laut eigener Aussage arbeitete er 60 Prozent als Web-Designer. Bei der Gemeinde Berikon kennt man nur die Version des Telefonisten. Egal, denn aktuell hat er keinen Job mehr.

«…Ich möchte mich recht herzlich bei Ihnen für die Stellenangebote bedanken. Mit Freude teile ich Ihnen mit, dass Ihnen jedoch jemand zuvorgekommen ist. Ich habe eine Arbeit gefunden, die mir sogar richtig Spass macht…»

Noch keine drei Monate ist es her, als Andreas Glarner einen Brief mit diesem Wortlaut bekam. Absender war der Sozialhilfeschmarotzer aus Berikon, der noch nie gearbeitet hat.

Genau wie heute: der 23-Jährige hat seinen Job bereits wieder an den Nagel gehängt, wie «Tele M1» berichtet.

Für Glarner, Gemeindeammann von Oberwil-Lieli, muss das nun Konsequenzen haben: «Wenn er jetzt nicht arbeiten geht, veröffentlichen wir wirklich seinen Namen. Wir haben das bereits angedroht und ziehen das jetzt durch. Und dann muss er schauen, wie er damit leben kann. Wir haben ihn nur geschont, weil er uns angab, er arbeite wieder.»

Web-Designer oder Telefonist?

Er habe einen Job als Web-Designer bekommen, behauptete der Sozialschmarotzer im März. Die Beriker Vizeamtsfrau weiss davon nichts. Auf dem Sozialamt gab er an, dass er als Telefonist arbeite, was aber bereits nicht mehr der Fall ist. Jetzt hat ihm die Gemeinde den Geldhahn ein wenig mehr zugedreht.

«Er erhält momentan weiterhin Unterstützung. Er bekommt die Leistungen für die Krankenkasse und den Selbstbehalt. Aber weitere Leistungen bekommt er im Moment nicht», sagt Rosmarie Groux, Vizeamtsfrau von Berikon.

Auch den persönlichen Kontakt zur Gemeinde hat der arbeitsfaule Mann abgebrochen. Er kommuniziert nur noch schriftlich mit dem Sozialamt.

Die Gemeinde hat ihm bereits einmal zuvor die Leistungen gekürzt, zu Unrecht, wie das Bundesgericht entschied. Gut möglich, dass der Sozialhilfeempfänger nachträglich zusätzliche Beiträge erhält.

«Wir werden entscheiden müssen, ob wir ihm rückwirkend Sozialhilfeleistungen auszahlen müssen oder ob man die Leistungen ganz einstellen kann. Das wird dann die neue Situation zeigen», sagt Groux.

Quelle: aargauerzeitung

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Sie haben mit Wahrsagen Millionen gemacht und nebenher Sozialhilfe kassiert. Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte das jenisches Ehepaar nun zu einer bedingten Haftstrafe.

Symbolbild: Rike / pixelio.de

Mit Wahrsagen und Schmuckhandel hat ein jenisches Ehepaar in Zürich in zehn Jahren über 2,6 Millionen Franken verdient und gleichzeitig Sozialhilfe für rund 400 000 Franken kassiert. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte die beiden am Donnerstag wegen gewerbsmässigen Betrugs zu bedingten Freiheitsstrafen von je 24 Monaten.

Die Frau gab vor Gericht alles zu und sprach von einem «grossen Fehler», der Mann dagegen rang sich nur halbherzig zu einem Geständnis durch. Ein Grossteil des verdienten Geldes haben die beiden nach eigenen Angaben in Casinos verspielt. Zudem leisteten sie sich sechs Luxusautos und ein eigenes Haus.

Die von der Polizei beschlagnahmten Gelder von rund 200 000Franken und die sichergestellten Schmuckstücke im Wert von über 90 000 Franken muss das bald 60-jährige Ehepaar nun dem Staat abliefern. Der Ehemann führte vor Gericht aus, er verdiene sein Geld heute wieder mit Hausieren.

Ab 1989 Geld erhalten

Der Gerichtsvorsitzende sprach von einem perfiden Vorgehen des Duos. Als Angehörige einer nationalen Minderheit hätten sie weniger strenge Vorgaben genossen. Ein Hilfswerk hatte gegenüber dem Stadtzürcher Amt für Zusatzleistungen, das die Sozialhilfegelder auszahlte, erklärt, die Eheleute seien Fahrende und führten deshalb keine Buchhaltung. In Wahrheit seien sie sehr geschäftstüchtig gewesen, sagte der Richter.

Regelmässig Sozialhilfegelder bezogen sie bereits seit 1989. Im Prozess vor Bezirksgericht ging es um die zwischen 2001 und 2011 erhaltenen Leistungen von rund 400 000 Franken. Die Frau verdiente ihr Geld mit Wahrsagen und Kartenlegen über eine 0900-Telefonnummer. Weitere Einkünfte hatte das Ehepaar durch Handel mit Altgold.

Quelle: 20min