Archiv für die Kategorie ‘Raufhandel’

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Mehrere Jugendliche haben in der Zürcher Innenstadt vier Partygäste eines Polterabends niedergestochen und schwer verletzt. Das Obergericht hat das Urteil gegen einen 21-jährigen Haupttäter bestätigt.

Es war in der Nacht auf den 4. September 2011, als ein anfänglich fröhlicher Polterabend an der Löwenstrasse vor dem Zürcher Kaufhaus Globus ein blutiges Ende nahm. Fest steht, dass die angeheiterte Gesellschaft plötzlich von mehreren Jugendlichen provoziert wurde. Nach einem kurzen Wortwechsel gingen die beiden Gruppen aufeinander los. Wobei mindestens zwei der jungen Männer ihre Messer als Waffen einsetzten. Mit fatalen Folgen. So wurden gleich vier Teilnehmer des Polterabends niedergestochen. Zwei von ihnen wurden schwer verletzt, auch der Bräutigam, der nach einem Stich in den Rücken einen lebensgefährlichen Kollaps des rechten Lungenflügels erlitten hatte.

Die Polizei konnte die bewaffneten Angreifer schon bald ausfindig machen und festnehmen. Auch einen heute 21-jährigen Stadtzürcher, der nun schon seit über zwei Jahren im Gefängnis sitzt und sich am Dienstag wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Raufhandels, Raubes und weiteren Delikten am Zürcher Obergericht verantworten musste.

Notwehrhilfe geltend gemacht

Der Handelsschüler gab die Teilnahme an der Schlägerei zu, stellte aber einen Messerstich in das Gesicht eines Gegners in Abrede. Vielmehr sprach er von Notwehrhilfe für seine angegriffenen Kollegen. Für den hyperaktiven Sohn eines Italieners und einer Marokkanerin sprach eine erschütternde Kindheit, die von Ablehnung, schulischen Misserfolgen und Heimaufenthalten geprägt war. Andererseits warnte ein psychiatrisches Gutachten vor Rückfällen des Täters, der immer wieder infolge einer antisozialen Persönlichkeitsstörung mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen war.

Der Verteidiger plädierte auf eine sofortige Haftentlassung seines Klienten und stellte den Messerstich zulasten eines der Opfer mangels Beweisen in Abrede. 20 Monate Freiheitsentzug seien angemessen.

Fünf Jahre Knast

Zum Schluss trug die Anklage den Erfolg davon. Das Obergericht sah sowohl eine versuchte schwere Körperverletzung als auch den Raufhandel als erstellt an. Wie schon das Bezirksgericht im letzten Januar, stützten sich auch die Oberrichter auf glaubhafte Zeugenaussagen ab. Zudem habe der Beschuldigte selber eingeräumt, dass er mit einem Messer herumgefuchtelt und nicht ausgeschlossen, dass er dabei jemanden verletzt habe.

Das Obergericht sprach von einem schweren Verschulden und bestätigte die erstinstanzliche Freiheitsstrafe von fünf Jahren. «Es hatte wenig gefehlt und es wäre viel schlimmer herausgekommen», zeigte sich der Gerichtsvorsitzende Christoph Spiess überzeugt. Während des Strafvollzugs wurde eine ambulante Psychotherapie angeordnet. Obwohl der Beschuldigte nur für eine Messerattacke verurteilt wurde, soll er im Rahmen des Raufhandels allen vier Opfern Schmerzensgelder zwischen 1500 Franken sowie 12’000 Franken bezahlen.

Quelle: 20min

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Ein 22-jähriger Serbe hat an der Solothurner Fasnacht 2010 einen anderen Mann brutal angegriffen und verletzt. Dafür kassierte er nun eine lange Haftstrafe.

Ein 22-jähriger Mann, der im Februar 2010 in Solothurn bei einer Schlägerei einen Mann mit einem Schraubenzieher schwer verletzt hatte, muss für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Solothurn-Lebern ordnete für den Schläger zudem die ordentliche Verwahrung an.

Das Gericht verurteilte den Serben am Freitag wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und Raufhandels sowie wegen weiterer Delikte. Der Täter habe aus «purer Lust an den Gewaltausübung zugestochen», sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilseröffnung. Der Mann habe den Tod des wehrlosen Opfers in Kauf genommen. Das Vorgehen sei «brutal und feige» gewesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der junge Mann hatte an der Fasnacht 2010, in der Nacht auf den 13. Februar, im Innenhof des Schulhauses Kollegium in der Solothurner Altstadt einen heute 33-jährigen Polen bei einer Schlägerei lebensgefährlich verletzt.

Der in der Schweiz geborene Gewalttäter rammte dem Opfer einen Kreuzschraubenzieher zweimal in den Kopf und in den Bauch. Nach dem brutalen Angriff wurde der Mann liegen gelassen, bis Passanten auf den stark Blutenden aufmerksam wurden und die Rettungskräfte alarmierten. Das Opfer erlitt bleibende Hirnschäden. Der Täter muss dem Geschädigten eine Genugtuungssumme von 120’000 Franken bezahlen, wie das Gericht entschied.

Die Staatsanwältin hatte für den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren und eine ordentliche Verwahrung gefordert. Die Verteidigung plädierte für eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten.

Angriffe im Strafvollzug

Bei der angeordneten Verwahrung stützte sich das Gericht auf die Aussagen eines Gerichtspsychiaters. Dieser hatte dem Schläger eine sehr schlechte Prognose gestellt. Es bestehe ein hohes Rückfallrisiko. Der Mann habe eine grosse dissoziale Persönlichkeitsstörung und eine geringe Intelligenz.

Der Serbe musste aus dem vorzeitigen Strafvollzug zurück in eine Einzelzelle im Untersuchungsgefängnis Solothurn verlegt werden. Er hatte Mitgefangene angegriffen.

Weitere Urteile gegen Schläger

An der brutalen Schlägerei in der Altstadt waren insgesamt sechs Personen beteiligt gewesen. Das Richtersamt Solothurn-Lebern verurteilte am Freitag den zweiten Angeklagten, einen 26-jährigen Mann aus dem Balkan, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Er wurde wegen Angriffs und Raufhandels sowie wegen weiterer Delikte verurteilt.

Die Anklage hatte eine Strafe von vier Jahren und acht Monaten gefordert, die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von 45 Monaten.

Die Strafverfahren gegen weitere an der Auseinandersetzung beteiligte Personen sind bereits rechtskräftig abgeschlossen. Das gegen das Opfer eröffnete Verfahren wegen Raufhandels wurde eingestellt – aufgrund eigener Betroffenheit durch die erlittenen schweren Verletzungen, wie die Staatsanwaltschaft festhält.

Quelle: 20min