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Tierschützer haben mehrere Fälle von Handel mit Katzenfellen aufgedeckt. Jetzt reichen sie klage ein. Die Schuldigen sollen saftige Bussen zahlen.

Bild: 20min

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Seit dem 1. Januar ist der Handel mit ­Katzenfellen in der Schweiz ­offiziell verboten. Dennoch wird er laut Tomi Tomek von der Tierschutzorganisation SOS Chats Noiraigue noch munter weiterbetrieben. Unter dem Vorwand, an Rheuma zu leiden, bestellte eine Mitarbeiterin bei sechs verschiedenen Händlern Katzenfelle. So ertappten die beiden acht potenzielle Katzenfell-Verkäufer.

«Ich war schockiert und angewidert, als uns ein Katzenfell mit Schwanz, Pfoten, Ohren und Schnurrhaaren geliefert wurde», sagt Tomek. Kostenpunkt: 70 Franken. Besonders schockierend findet sie, dass nicht nur aus ver­unfallten Katzen Felle produziert würden: «Die Felle sind oft von Schrotkugeln durchlöchert.»

Kantone erteilen die Bussen

Tomek hat nun letzte Woche gegen zwei der drei fehlbaren Fellhändler bei der Neuenburger Staatsanwaltschaft Klage eingereicht. Eine weitere wird folgen. Die Staatsanwaltschaft be­stätigt, dass die Klagen eingegangen sind. Tomek fordert, dass illegale Händler mit einer saftigen Geldbusse bestraft werden. Die Höhe der Busse liegt allerdings im ­Ermessen des entsprechenden Kantons.

Dass in der Schweiz im grossen Stil ­illegal mit den Fellen gehandelt werde, bezweifelt Bernhard Trachsel, Geschäftsführer des Zürcher Tierschutzes: «Der Markt ist dafür zu klein und die Kontrollen werden verstärkt – auch wegen der neuen Pelzdeklarationsverordnung.» Ausserdem sei das Geschäft mit den Katzenfellen nicht sehr ­lukrativ, sagt Klaus Gallusser, Präsident des Verbandes Schweizerischer Gerbereien.

Quelle: 20min