Archiv für die Kategorie ‘Dopinghandel’

(Symbolbild)

(Symbolbild)

Bei einer internationalen Aktion hat die Polizei heute einen Dopingring zerschlagen und eine Rekordmenge an Doping sichergestellt. Vier Kantone beteiligten sich an der Aktion.

In vier Kantonen in der Schweiz und in Deutschland ist am Mittwoch in einer internationalen Aktion ein Dopinghändlerring zerschlagen worden.

Die Behörden haben Rekordmengen an Anabolika sichergestellt. Ein 36-jähriger im Thurgau wohnhafter Deutscher wurde festgenommen.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen mit. Gemäss Mitteilung wurden in den Kantonen Thurgau, Zürich, Bern und Zug zeitgleich mehrere sogenannte Nahrungsergänzungs-Shops sowie die Wohnung des im Thurgau wohnhaften Deutschen durchsucht. Parallel dazu fanden Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Baden-Württemberg statt.

20’000 Ampullen sichergestellt

Gesamthaft wurde in beiden Ländern eine Rekordmenge an Dopingsubstanzen sichergestellt: 20’000 Ampullen Anabolika und Testosteron, 140’000 Anabolika-Tabletten sowie diverse Heil- und Arzneimittel. Die Polizei beschlagnahmte neben dem Doping auch Vermögenswerte von über 280’000 Euro sowie mehrere Schusswaffen.

Sämtliche Durchsuchungen der Shops in der Schweiz wurden von Mitarbeitern des Kompetenzzentrums zur Dopingbekämpfung begleitet. Diese Stelle, «Antidoping Schweiz», wird im Rahmen der Auswertung der sichergestellten Substanzen und Papiere die Eröffnung von Disziplinarverfahren gegen Sportlerinnen und Sportler prüfen.

Unterschiedliche Verfahren

Wie viele Sportlerinnen und Sportler allenfalls betroffen sind und in welchen Sportarten sie Wettkämpfe bestreiten, ist noch völlig unklar, wie «Antidoping Schweiz«-Direktor Matthias Kamber gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Wie lange die Auswertung der am Mittwoch sichergestellten Sachen dauert, könne nicht gesagt werden.

Nimmt ein Sportler Anabolika ein, macht er sich gemäss Kamber nicht zwingend strafbar. Er verstosse aber wahrscheinlich gegen die Dopingstatuten von Swiss Olympic. Mit dem im Oktober 2012 in Kraft gesetzten Sportförderungsgesetz könne indessen der Handel von Doping sanktioniert werden, erklärt Antidoping-Spezialist Matthias Kamber.

Seines Wissens handle es sich beim festgenommenen mutmasslichen Dopinghändler weder um einen aktiven noch um einen ehemaligen Sportler, sagte Kamber. Barbara Reifler von der Thurgauer Staatsanwaltschaft machte auf Anfrage der SDA aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben zum festgenommenen Mann.

Lange Ermittlungen

Der internationalen Aktion zur Dopingbekämpfung gingen intensive Ermittlungen voraus. Seit Mitte 2012 operierten Zollfahnder aus Freiburg und Stuttgart sowie die Kriminalpolizei Rottweil im Auftrag der Staatsanwaltschaft Freiburg gegen mutmassliche Dopinghändler.

Die Ermittlungen ergaben, das fast 20 Männer und Frauen im Alter zwischen 21 und 53 Jahren zumeist über Fitness-Studios und Nahrungsergänzungs-Shops einen regen Handel mit Doping und anderen nicht zugelassenen Arzneimitteln betrieben und zumindest ein Teil von ihnen damit ihren gesamten Lebensunterhalt verdient haben.

Quelle: 20min

Advertisements