Archiv für die Kategorie ‘Tschetschenien’

(Symbolbild) - Herbert Walter Krick  / pixelio.de

(Symbolbild) – Herbert Walter Krick / pixelio.de

Der Anführer einer Räuberbande, die in Zürich 38 Personen überfallen hat, ist auf der Flucht. Der 21-jährige Tschetschene entwich aus dem Massnahmenzentrum Arxhof.

Die Raubserie sorgte wegen des brutalen Vorgehens der jugendlichen Täter für Aufsehen: 38 Personen nahm die Bande im Jahr 2011 bei 21 Überfällen in der Stadt Zürich aus – innerhalb von nur zwei Monaten. 14 der Opfer wurden dabei verletzt. Die Räuber setzten Schlagstöcke und Messer ein. Zu den Überfallenen gehörten auch zwei Zürcher Juso-Politiker.

Die Taten verübten die zehn beteiligten Bandenmitglieder in unterschiedlicher Zusammensetzung, nur der Boss der Bande, der heute 21-jährige Tschetschene M. H. (Name der Redaktion bekannt) aus dem Kanton Aargau, war bei sämtlichen Straftaten dabei. Er kassierte im März 2013 vom Bezirksgericht Zürich die höchste Strafe von allen Angeklagten: Fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Verurteilter sollte Schreiner-Lehre machen

Doch die Richter wollten ihm eine letzte Chance gewähren: Sie schoben die Freiheitsstrafe zugunsten einer Arbeitserziehung auf. M. H. sollte die Möglichkeit haben, eine Schreiner-Lehre abzuschliessen.

Diese Chance hat er nicht genutzt: Der junge Gewalttäter ist aus dem Massnahmenzentrum Arxhof in Niederdorf BL entwichen, wo er untergebracht war. Dies bestätigt Rebecca de Silva, Sprecherin des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich, gegenüber 20 Minuten. Zur Flucht sei es bereits Mitte Juli gekommen.

Internationale Fahndung

Die Massnahme für junge Erwachsene, zu er verurteilt worden sei, werde grundsätzlich im «offenen Setting» durchgeführt, so de Silva: «Daher lässt sich eine solche Entweichung nicht gänzlich ausschliessen.» H. habe man polizeilich zur Verhaftung ausschreiben lassen. «Es ist nicht auszuschliessen, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat.» Deshalb werde international nach ihm gefahndet.

Ob die Massnahme weitergeführt wird, falls H. gefasst würde, werde das Amt für Justizvollzug nach seiner Verhaftung prüfen. De Silva: «Bei einem allfälligen Abbruch der Massnahme müsste das Gericht über den Vollzug der verbliebenden Freiheitsstrafe befinden.»

Quelle: 20min

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