Archiv für die Kategorie ‘Slowenien’

Drei Insassen des Untersuchungsgefängnisses Waaghof ist eine spektakuläre Fluchtgelungen. Die Polizei hat Fahndungsfotos veröffentlicht.

Eigentlich hätten die drei Häftlinge gestern Nachmittag die Kleider ihrer Mitinsassen waschen sollen. Doch als die Wärter die Knackis gegen 17.30 Uhr aus der Waschküche abholen wollten, waren diese bereits getürmt.

Die Männer gelangten über einen Lüftungsschacht zur Wand eines Nachbarhauses. Diese durchbrachen sie und landeten in einer Wohnung an der Inneren Margarethenstrasse 24a. Von dort erreichten sie das Freie. Die Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause.

«Die Männer müssen ihre Flucht über Wochen geplant haben», sagt Klaus Mannhart von der Polizei. Das Werkzeug, mit dem die Männer die Wand durchbohrten, habe man noch nicht gefunden. Die Wand hätte zudem mit einem elektronischen Alarmsystem gesichert sein müssen. «Dieses hat offenbar versagt», so Mannhart.

Dass sich die Häftlinge überhaupt unbeaufsichtigt in der Waschküche aufhalten konnten, hing mit ihrem Status als «Kalfaktoren» zusammen. «Das sind Insassen, die sich während längerer Zeit bewähren und als zuverlässig gelten. Solche Häftlinge helfen dann in der Küche oder eben in der Wäscherei.»

Fahndunsgaufruf

Bei den drei Männern handelt es sich um zwei Serben und einen Slowenen.

Bojan Strle (33) ist 176 cm gross, schlank, hellbraune, glatte Haare und braun-grüne Augen.

Nebojsa Gicic (37) ist 173 cm gross, von mittlerer Statur und mit rechteckiger Gesichtsform, dunkelbraune, glatte Haare, braune Augen.

Dejan Vipic (37) ist 185 cm gross, schlank, rechteckige Gesichtsform, mittelbraune, glatte Haare, braune Augen.

Alle drei sitzen seit einigen Monaten wegen Raub- beziehungsweise Drogendelikten in Untersuchungshaft, heisst es in einer Polizeimitteilung.

Ausbrecher Dejan Vipic – KapoBS

Fahndungsfoto von Nebojsa Gicic – KapoBS

Fahndungsfoto Bojan Strle – KapoBS

Fünfter Ausbruch innert 17 Jahren

Beim jetzigen Ausbruch handelt es sich um den fünften in den 17 Jahren seit der Inbetriebnahme des Waaghofs. «Ein zu 100 Prozent ausbruchsicheres Gefängnis gibt es nicht», sagt Mannhart. «Wir befinden uns mitten in der Stadt und können das Gebäude nicht richtig einzäunen. Zudem sind unsere Bewohner teilweise sehr kreativ. Sie haben ja den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als darüber nachzudenken, wie sie hier rauskommen könnten.»

Gemäss Mannhart habe die Polizei bis jetzt jeden Ausbrecher früher oder später wieder eingefangen.

Quelle: blick

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NACHTRAG:

Zweiter Untersuchungshäftling nach Waaghofausbruch gefasst

Am 19.08.2012 flüchteten drei Insassen des Untersuchungsgefängnisses Waaghof, indem sie von einem der Wasch- und Duschräume eine Mauer in eine Nachbarsliegenschaft durchbrachen (siehe Medienmitteilung des JSD vom 19.08.2012). Am 27.08.2012 stellte sich ein 37-jähriger Serbe bei der Polizei in Basel (siehe Medienmitteilungen des JSD vom 27.08.2012). 

Von den beiden international ausgeschriebenen Flüchtigen konnte im November 2012 der zweite, ein 33-jähriger Slowene, in Serbien festgenommen werden.

Die Staatsanwaltschaft veranlasste daraufhin via Bundesamt für Justiz in Bern ein Gesuch um Auslieferung an die Republik Serbien, welchem zwischenzeitlichen von den serbischen Behörden stattgegeben wurde. Die Auslieferung bzw. Rückführung des Festgenommenen nach Basel erfolgte am 07.02.2013.

Die Kriminalpolizei klärt weiterhin ab, welche Vorbereitungen die Entwichenen getroffen haben, um aus dem Untersuchungsgefängnis fliehen zu können.

Nach wie vor flüchtig ist ein 37– jähriger Serbe.

Weitere Auskünfte
Peter Gill, Tel. +41 61 267 73 47
Kriminalkommissär
Chef Medien und Information

Quelle: kapoBS

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