Archiv für die Kategorie ‘Georgien’

Die georgische Mafia in der Schweiz ist quasi militärisch organisiert, wie die Untersuchungsakten der Bundesanwaltschaft zeigen. Ihre Köpfe sitzen zwar in Haft. Doch sie werden bald ersetzt, glaubt eine Mafia-Expertin.

(Symbolbild)

(Symbolbild)

«Zwischen den Schweizer Behörden und der georgischen Einbrecherbande ist Krieg ausgebrochen», schreibt «Le Matin Dimanche». In einem abgehörten Telefongespräch machte einer der Mafiosi der Organisation namens Vory v Zakone das Ziel der Mafiosi klar: «Wir werden die Schweiz plündern.»

Die Untersuchungsakten der Bundesanwaltschaft zeigen nun, wie die georgische Mafia organisiert ist: Sie teilte die Schweiz in vier Regionen auf – Ost-, Zentral- und Westschweiz sowie das Tessin. Jede Region hatte einen Chef, der sogenannte Soldaten befehligte, die er oft direkt in der Schweiz rekrutierte.

Geld ging an Chefs in Georgien

Die Mafiosi mussten jeden Monat 15 Prozent ihrer Einnahmen abliefern – den Obschak. Ein grosser Teil des Geldes, das die Bande mit Einbrüchen, Menschenhandel oder Geldwäscherei verdiente, ging an die Köpfe der Organisation im Kaukasus.

Mit dem Rest wurden auch Georgier in Schweizer Gefängnissen unterstützt. So kam 2009 ans Licht, dass georgische Häftlinge in Genf auf ein schwarzes Konto zugreifen konnten, auf dem ständig 20’000 Franken für Drogen, Zigaretten und anderes lagen.

«Abgeschlagene Köpfe wachsen nach»

2009 und 2010 wurden in der Schweiz und Europa Dutzende georgische Mafiosi verhaftet, darunter auch die Schweizer Chefs. Anfang Sommer wurden sie zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Bande seither führungslos ist, wie sie auf Anfrage sagt.

Laut Stephanie Oesch, Expertin für organisierte Kriminalität, ist das aber eine Illusion: «Schlägt man in kriminellen Organisationen einen Kopf ab, wächst der nächste nach. Es bleibt höchstens kurze Zeit ruhig.» Dafür spricht die Zahl der Einbrüche von Georgiern: Diese sank laut Fedpol direkt nach den Verhaftungen, stieg mittlerweile aber wieder auf das Niveau von vor 2010.

infobox_1Beweise in Socke versteckt
Das wichtigste Beweisstück, das die Schweizer Ermittler im Kampf gegen die georgische Mafia haben, ist die Obschak-Liste. Darauf steht detailliert, wer von den Mitgliedern von Vory v Zakone den Chefs wie viel Geld ablieferte. Die Ermittler fanden die Liste bei der Durchsuchung einer Wohnung in Poitiers (F), die der rechten Hand des Schweizer Mafia-Chefs gehört haben soll (Bild): Sie lag in einer Socke unten in einem Schrank. Darin eingewickelt waren fünf Blätter à 5,5 mal 20 Zentimeter, auf denen die die Organisation die wichtigsten Informationen komprimiert hatte: Name des «Spenders», Datum der Zahlung und die Schweizer Region, aus welcher das Geld kam. Laut den Akten sind auf der Liste Beträge von mehreren Tausend Franken vermerkt.

Quelle: 20min

Advertisements

Am Mittwochmorgen sind aus dem Gefängnis von Bellechasse im Kanton Freiburg fünf Häftlinge entflohen. Die Männer aus Frankreich, Algerien und Georgien seien „mässig gefährlich“, sagte ein Sprecher der Freiburger Kantonspolizei.

Blick auf das Gefängnis Bellechasse bei Galmiz in FribourgBlick auf das Gefängnis Bellechasse bei Galmiz in Fribourg – Quelle:Keystone

Er bestätigte damit Medienmeldungen aus der Westschweiz. Die Männer waren auch am späten Mittwochnachmittag noch auf der Flucht.

Quelle: bielertagblatt