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Sie haben mit Wahrsagen Millionen gemacht und nebenher Sozialhilfe kassiert. Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte das jenisches Ehepaar nun zu einer bedingten Haftstrafe.

Symbolbild: Rike / pixelio.de

Mit Wahrsagen und Schmuckhandel hat ein jenisches Ehepaar in Zürich in zehn Jahren über 2,6 Millionen Franken verdient und gleichzeitig Sozialhilfe für rund 400 000 Franken kassiert. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte die beiden am Donnerstag wegen gewerbsmässigen Betrugs zu bedingten Freiheitsstrafen von je 24 Monaten.

Die Frau gab vor Gericht alles zu und sprach von einem «grossen Fehler», der Mann dagegen rang sich nur halbherzig zu einem Geständnis durch. Ein Grossteil des verdienten Geldes haben die beiden nach eigenen Angaben in Casinos verspielt. Zudem leisteten sie sich sechs Luxusautos und ein eigenes Haus.

Die von der Polizei beschlagnahmten Gelder von rund 200 000Franken und die sichergestellten Schmuckstücke im Wert von über 90 000 Franken muss das bald 60-jährige Ehepaar nun dem Staat abliefern. Der Ehemann führte vor Gericht aus, er verdiene sein Geld heute wieder mit Hausieren.

Ab 1989 Geld erhalten

Der Gerichtsvorsitzende sprach von einem perfiden Vorgehen des Duos. Als Angehörige einer nationalen Minderheit hätten sie weniger strenge Vorgaben genossen. Ein Hilfswerk hatte gegenüber dem Stadtzürcher Amt für Zusatzleistungen, das die Sozialhilfegelder auszahlte, erklärt, die Eheleute seien Fahrende und führten deshalb keine Buchhaltung. In Wahrheit seien sie sehr geschäftstüchtig gewesen, sagte der Richter.

Regelmässig Sozialhilfegelder bezogen sie bereits seit 1989. Im Prozess vor Bezirksgericht ging es um die zwischen 2001 und 2011 erhaltenen Leistungen von rund 400 000 Franken. Die Frau verdiente ihr Geld mit Wahrsagen und Kartenlegen über eine 0900-Telefonnummer. Weitere Einkünfte hatte das Ehepaar durch Handel mit Altgold.

Quelle: 20min