ZH: Sava V. (61) und seine Frau erschlichen 376 000 Fr Sozialhilfe für ihre Spielsucht

Veröffentlicht: 6. November 2013 in + Artikel in den Kantonen, + Artikel mit Gefangenen, + Ausländische Herkunft, + Begangene Delikte, Betrug, Diverse Vergehen, Serbien, ZH
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Bild: blick

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«Um zu überleben musste ich noch arbeiten»

Jahrelang haben der Serbe und seine Frau Geld von der Sozialhilfe kassiert. Rund 376 000 Franken haben sie dadurch ergaunert. Das Geld haben sie bei Glücksspielen verzockt.

Die Zigarette hängt auf seiner Unterlippe, das Baseballcap hat er ins Gesicht gezogen. Der Serbe Sava V.* (61) kam gestern alleine vor das Zürcher Bezirksgericht. Der Arbeitslose und seine Frau sind angeklagt, weil sie jahrelang das Sozialamt zum Narren hielten. Ehefrau Jovanka V.* (58) ist von der Verhandlung dispensiert. Sie ist krank.

Sava V. erschlich sich 235 000 Franken Sozialhilfe. Zusammen mit seiner Frau waren es in zehn Jahren sogar 376 000 Franken. Die beiden waren nicht bedürftig. Sie arbeiteten als Reinigungsmitarbeiter. Damit verdiente der Mann zwischen 1998 und 2008 brutto rund 200 000 Franken, seine Frau über 100 000 Franken. Dieses Geld unterschlugen sie auf ihren Einkommensdeklarationen systematisch.

«Wir haben das Geld vom Sozialamt bei Glücksspielen verzockt», rechtfertigte sich Sava V. gestern vor dem Richter. «Um zu überleben, musste ich noch arbeiten. Um Geld für unsere Lebenskosten zu haben.»

Der Serbe ist geständig: «Ich sehe, dass ich schuldig bin. Doch habe ich weder jemanden getötet noch vergewaltigt.»

Arglistig und Egoistisch

Sogar mit ihrer Tochter hatte das Schmarotzerpaar die Behörden angelogen. Sie gaben an, das Mädchen besuche Sprachkurse im Ausland. Dabei wohnte die junge Frau zu Hause und absolvierte bei einem Zürcher Modehaus zwei Lehren als Verkäuferin und als Detailhandelsangestellte. Damit verdiente sie 20 000 Franken dazu.

Das Paar log auch bei der Höhe des Mietzinses: Das ergab ein weiteres Plus von 23 000 Franken. So konnte sich das betrügerische Paar zwei Autos leisten.

Wie er denn seine Zukunft sehe, wollte Gerichtspräsident Sebastian Aeppli von Sava V. wissen. «Ich gehe nun in einen Deutschkurs», erklärte der Serbe. Weil er bei seiner Arbeit immer nur mit Landsleuten zu tun gehabt hätte, habe er die Sprache nie gelernt.

Obwohl er schon seit 1980 in der Schweiz lebt.

Das Gericht verurteilte das Paar wegen gewerbsmässigen Betrugs und weiterer Delikte. Sava V. kassierte 30 Monate Knast, davon ein halbes Jahr unbedingt. Seine Ehefrau bekommt 20 Monate bedingt. «Sie haben arglistig und egoistisch gehandelt und nur geringe Reue gezeigt», begründete der Gerichtspräsident.

Quelle: blick

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