Die Nacht auf Maria Himmelfahrt (15. August 2012) brachte viele polizeirelevante Ereignisse. Das Einsatzspektrum reichte von Streitereien, über einem Raub, bis hin zu zwei Brandstiftungen.

Meist sind es die grossen Meldungen über Verletzte oder gar Tote, über gravierende Unfälle oder Unwetter, die in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Doch die Aufsehen erregenden Fälle machen in Tat und Wahrheit nur einen kleinen Teil der Vorkommnisse aus, bei denen sich Polizistinnen und Polizisten tagtäglich für die Bevölkerung einsetzen. Es gibt Tage und Nächte, in denen die Polizei im Dauereinsatz steht. Die einzelnen Fälle verfügen dabei oft über zu geringe Nachrichtenwerte, als dass sie Inhalt einer Medienmitteilung werden. Doch viele kleine Einsätze ergeben in der Summe eben auch ein eindrucksvolles Bild, wie ein Auszug aus dem Zuger Polizeijournal vom 14./15. August 2012 zeigt:

17:31 Uhr:
Ein unbekannter Mann belästigt in Baar bei einer Bushaltestelle eine junge Frau sexuell. Die Einsatzkräfte befragen das Opfer. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem Gesuchten bleibt vorerst erfolglos.

18:24 Uhr:
Streit zwischen zwei Eheleuten in Baar. Die Polizei kann schlichten.

19:10 Uhr:
Einer Velofahrerin wird in Zug die Tasche entrissen. Die Einsatzkräfte sicher Spuren, befragen das Opfer und fahnden nach dem Täter (vgl. Medienmitteilung Nr. 195 / 2012).

19:28 Uhr:
Im Zuge der Nahfahndung zum Raub nimmt die Polizei einen 21-jährigen Tunesier fest. Er führt zehn mit Marihuana bzw. Haschisch gefüllte Minigrip-Säckchen und ein gestohlenes Velo mit sich. Der Tatverdacht des Raubes erhärtet sich nicht, jedoch wird er wegen Betäubungsmittelbesitz angezeigt. Das Fahrrad wird sichergestellt, der zuständige Polizist wird weitere Abklärungen treffen.

19:31 Uhr:
Ein Autofahrer touchiert ein anderes Fahrzeug und meldet den Unfall pflichtgemäss der Polizei. Eine Patrouille nimmt die relevanten Angaben entgegen.

19:54 Uhr:
Meldung über einen massiven Streit in einer Wohnung in Baar. Drei Familienmitglieder sind sich in die Haare geraten. Die Präsenz einer Patrouille wirkt deeskalierend.

21:02 Uhr:
Ein Mann wird vermisst. Bei ihm besteht eine sogenannte Eigengefährdung bei Alkohol- oder Drogenkonsum. Die Einsatzleitzentrale (ELZ) nimmt die Angaben entgegen, orientiert die Frontkräfte und informiert auch die Polizei eines Nachbarkantons, wo sich der Vermisste aufhalten könnte. Zum Glück kehrt der Mann kurz nach Mitternacht wohlbehalten zurück.

22:52 Uhr:
Aus Sihlbrugg erreicht die Zuger Polizei die Meldung über zwei verdächtige Fahrzeuge. In den Autos sitzt je eine Person. Abklärungen einer Patrouille zeigen: Alles in Ordnung.

00:55 Uhr:
Ein Mann aus Cham wählt den Notruf und meldet, er werde von zwei Personen bedrängt. Als die Polizei eintrifft, sind die Aggressoren bereits weg. Dem Meldeerstatter ist nichts passiert, die Polizisten melden sich bei der Zentrale wieder einsatzbereit.

01:44 Uhr:
„Alkoholisierter Gast will Lokal nicht verlassen“ – als die Polizistin und der Polizist wenig später in Baar ankommen, ist der Betrunkene bereits von dannen gezogen.

02:13 Uhr:
Eine Frau im Zuger Hertiquartier fühlt sich von drei Personen gestört, die draussen am Plaudern sind. Eine Patrouille sucht das Gespräch mit den Beteiligten. Keine Probleme, die jungen Leute ziehen weiter.

02:20 Uhr:
Automatischer Brandalarm in Hünenberg. Die ELZ bietet die Feuerwehr auf und schickt sofort eine Streife vorbei. Wenig später kommt die Entwarnung: Fehlalarm.

04:02 Uhr:
Jetzt brennt’s! An der Poststrasse in Zug steht ein Roller in Vollbrand. Die aufgebotene Feuerwehr kann den Motorroller löschen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und bilanziert 10’000 Franken Sachschaden. Der kriminaltechnische Dienst (KTD) nimmt sich dem verkohlten Zweirad an.

04:15 Uhr:
Eine Patrouille stoppt einen auffälligen 24-jährigen Autofahrer in Baar – 0.73 Promille Atemalkohol zeigt das Messgerät an. Der Mann muss sein Auto stehen lassen. Er wird mit dem Entzug seines Führerausweises rechnen müssen.

04:17 Uhr:
Beim Bundesplatz in Zug sollen gemäss einem Anwohner mehrere Personen rumgrölen. Die ELZ nimmt die Meldung entgegen und gibt sie an die Frontmannschaft weiter.

04:20 Uhr:
Und wieder Feueralarm. An der Baarerstrasse in Zug hat jemand ein Fahrrad angezündet. Ein zum Brand an der Poststrasse eilender Feuerwehrmann hat die Flammen gesehen und verhindert Schlimmeres. Die Täterschaft ist unbekannt. Auch hier sichert der KTD Spuren. Nach dem zweiten Fahrzeugbrand bittet der Einsatzleiter die Medienstelle, einen Zeugenaufruf zu verbreiten. Vielleicht hat jemand den Brandstifter gesehen? Hinweise nimmt die ELZ jederzeit entgegen (T 041 728 41 41).

Ab 05:15 Uhr:
Die Polizistinnen und Polizisten des Nachtdienstes kommen langsam zurück auf den Hauptposten in Zug. Es gilt die zahlreichen Fälle auf Papier zu bringen, Fotos einzulesen, Spuren auszuwerten und so weiter. Bald übernehmen die Kollegen des Frühdienstes. Auch sie sind schon bald wieder für die Bevölkerung im Einsatz, denn, ohne Frage, weitere Einsätze sollten folgen…

Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden

Quelle: kapoZG

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