Archiv für 1. Juni 2012

Neue, fiese Masche der Internet-Gangster: Sie stehlen Nacktbilder und stellen sie ins Netz, wenn die User nicht zahlen.

(Symbolbild) – Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Man kennt es von Hollywood-Stars wie Kesha: Hacker drangen in ihren Computer, stahlen intime Bilder und erpressten sie damit. Mit der gleichen Masche gehen fiese Betrüger nun auch auf Schweizer Normalbürger los.

Es beginnt mit täuschend echten E-Mail-Bestellbestätigungen für iPads, Möbel oder Sonstiges, die von vermeintlich seriösen Firmen verschickt wurden. Wer den Anhang anklickt, installiert aber einen Trojaner. Er erlaubt es den Gangstern, im Computer des Users gezielt nach Sexfotos zu suchen. Dann rufen sie ihn an und drohen: Wenn er nicht zahle, würden die Bilder im Internet veröffentlicht. Mehr als 500 Franken verlangen sie laut Martin Boess von der Schweizerischen Kriminalprävention SKP nicht, «damit keiner die Polizei holt».

Polizei weiss von nichts

Laut der DRS-Sendung «Espresso» wurden in den letzten Tage haufenweise solche Mails verschickt. Wer dahintersteckt, ist unklar. Da die Täter gebrochen Englisch sprechen, tippt Boess auf die Nigeria-Connection oder Ostblock-Banden. Er weiss von mehreren Fällen aus Deutschland. Letzte Woche nun hat sich das erste Mal ein Betroffener aus der Ostschweiz gemeldet, der mit intimen Bildern von seinem PC erpresst wurde.

Das Bundesamt für Polizei hat davon noch keine Kenntnis. Klar aber ist: Es dürften bald weitere Schweizer Fälle dazukommen. «Das E-Mail ist so gut gemacht, dass selbst vorsichtige Menschen darauf reinfallen können», so Boess. Sein Tipp: einen guten Virenschutz installieren, Attachments nur dann öffnen, wenn man den Absender kennt, oder: «Am besten gar keine Intimbilder von sich auf dem Computer speichern.»

Quelle: 20min

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ZÜRICH/ETTENHAUSEN TG – Zürcher Velofahrer können aufatmen. Die Polizei hat zwei Männer verhaftet, die über 800 Velos im Wert von über 100’000 Franken gestohlen haben.

In einer Scheune in Ettenhausen TG fanden die Polizisten 130 gestohlene Velos. (Stapo ZH)

In den vergangenen Monaten sind in der Stadt Zürich überdurchschnittlich viele Velos geklaut worden. Die Stadtpolizei hat daraufhin Detektive auf die Velodiebe angesetzt.

Mit Erfolg: Zivilfahndern fiel im Kreis 3 in Zürich ein 38-jähriger Gambier auf, der mehrere Velos in einen Anhänger lud. Die Polizei heftete sich ihm an die Fersen. Der Gambier führte sie zu einer Scheune in Ettenhausen TG wo er 130 gestohlene Drahtesel gelagert hatte.

Der Mann ist offenbar schon länger im Geschäft mit geklauten Velos. Die Polizei konnte ihm nachweisen, dass er schon mehrfach grosse Velo-Ladungen nach Afrika verschifft hat. Der Afrikaner streitet alles ab.

Kurz darauf wurde in Zürich ein 37-jähriger Einbrecher verhaftet. Der Schweizer gab über 200 Kellereinbrüche in Zürich und Umgebung zu. Zudem hat er über 800 Velos geklaut. Diese brachte er dem 38-jährigen Velodieb aus Gambia. Der «bezahlte» den Schweizer mit mehreren hundert Gramm Kokain.

Quelle: blick

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NACHTRAG:

IV-Rentner Patrick M. stahl 800 Velos – 3 Jahre Knast«De Velochlauer chunnt is Chefi»

Velodiebe kommen nicht nur im Kasperlitheater ins Gefängnis. Gestern erlebte ein IV-Rentner das lehrreiche Ende des Kinderklassikers «De Velochlauer chunnt is Chefi» am eigenen Leib.

Innerhalb von neun Monaten hatte der gelernte Maler ­Patrick M.* (39) 800 Velos geklaut. Die Beute übergab er einem Afrikaner aus Gambia, der die Drahtesel nach Afrika verschiffte. Als Gegenleistung gab dieser dem drogenabhängigen Patrick M. Kokain oder Geld.

Die Polizei stellte einen Teil der Beute, 130 Velos, in einer Scheune im Kanton Thurgau ­sicher. Patrick M. legte ein umfassendes Geständnis ab. «Ich wollte einfach nur reinen Tisch machen», sagte er gestern vor dem Zürcher Bezirksgericht.

Die Ermittler waren zunächst dem Afrikaner auf die Spur gekommen. Sie hatten ihn in Zürich beobachtet, wie er immer wieder mehrere Velos auf einen Anhänger lud. Mit ihm flog dann auch Patrick M. auf, der auch Wein und Spiri­tuosen in grossem Stil aus Kellerabteilen geklaut hatte.

Letztlich konnte der Staatsanwalt Patrick M. vor Gericht nur 150 Diebstähle mit einer Beute im Wert von 240 000 Franken anlasten. Der Angeklagte zeigte sich reuig: «Ich bedaure, dass es so weit gekommen ist.» Nachdem 2011 seine Mutter «umgebracht worden» sei und seine Frau an einem Hirntumor starb, sei er «vollkommen abgestürzt». Er besuche nun im Gefängnis verschiedene Therapien.

«Patrick M. war im Würgegriff seiner Sucht», sagt sein Anwalt Valentin Landmann. «Doch dealen wollte er deshalb nicht. Er war auch niemals gewalttätig geworden.»

Das berücksichtigte das Gericht und verhängte eine Strafe von drei Jahren Gefängnis. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre mehr gefordert.

Quelle: blick